Meine Erlebnisse und hoffentlich Abenteuer möchte ich hier mit euch teilen, und außerdem natürlich gerne in Kontakt bleiben!
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Monday, September 27, 2010

Man vs. Maschine

Heute sollte der Zaun gerichtet werden. der weiße Plastikzaun, der den Pferdelaufweg gewissermaßen einzäunt. Die waren alle krumm und schief, denn es ist ja ein Pferdelaufweg. Sprich, da ballert auch schon mal eins davor. Zeuge dieses einmaligen Schauspiels wurde ich, als ich nach dem Mittagessen rauskam und mehrere ca 1,60 m tiefe Löcher im Boden vorfand. Nach ein paar belustigenden Einwürfen von Johanna und Freyr, die sich auch schon fleißig mit Zaunrichten beschäftigten, un der Feststellung, dass ihr neuer Zaun leider auch nicht besonders gerade war, wurde ich von Geert abgestellt, die Bohrung der Löcher für den anderen Zaun zu koordinieren - er kletterte in sein Bobcat mit riesen Schraube dran (sone Brunnenbohrschraube... weiß nicht, wie ich das anders erklären soll, auf jeden Fall eindrucksvoll) und ließ mich mit der Anweisung, ihm in einer geraden Linie alle zwie Meter ein Bohrloch anzuzeigen, los. Er hatte ziemlich Spaß zu bohren, ich ziemlich Stress, wenn er bohrte; wessen Schuld wird es wohl sein, wenn der Zaun schief ist? Maßband, Lot, Schnur? Nö. Wir machen frei Schnauze. Hauptsache, die Schritte sind gleich groß.

Ich ging dann, als er das Gefährt wegfuhr, reiten, also schnell aus der Schusslinie, bevor er merken konnte, dass ich dummerweise neben dem Zaunpfosten, der den Zaun eingrenzen sollte, losgelaufen war und nicht davor. Die Löcher waren halbwegs gerade, nur schief. Wenn ihr wisst, was ich meine ;) Also gerade in sich, aber auf einer Linie schief zum Pfosten.

Ich bin dann tatsächlich noch zwei Pferde geritten, habe die trainiert, so gut, wie ich bin ;) Oder es zumindest versucht. Wir kriegen ab Mitte der Woche Reitunterricht vom Chefe und dann jeder seine eigenen Pferde, die er fitmachen soll. Mal sehen, wie ich das so wuppe... Bin mir nicht so sicher, wie sehr ich mir da vertrauen kann, diese armen, unschuldigen Tiere nicht direkt zu versauen.


Der Zaun ist übrigens gerade. Mal sehen, was ich morgen zu hören kriege.

Saturday, September 25, 2010

Hallöchen!
Jetzt gibts endlich mal wieder was Neues. Am Dienstag hatte ich frei und habe ja diese Gletschertour gemacht; das hat auch tatsächlich geklappt und es war prima! Hier in Hveragerthi hatten wir supergutes Wetter, da haben wir uns morgens total drüber gefreut, leider sind wir dann zweieinhalb Stunden in die nächste Regenfront gefahren, die sich auch tapfer den ganzen Tag über gehalten hat. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Ausflug, der ein bisschen mehr von Islands Landschaft offenbart hat.
Die letzten Tage habe ich fleißig gearbeitet, morgens um 7 geht es los, und außer einer kleinen Mittagspause zum Essen geht es bis ca. 17 Uhr schnurstracks weiter. Dann endlich gilt es, die Füße ein bisschen hochzulegen, Duschen zu gehen (!) und zu versuchen, die Finger sauber zu kriegen. Essen, ein bisschen gesellschaftliches Beisammensein, schlafen. Bin meistens gegen halb zehn, alleallerspätestens halb elf im Bett, da man selbst nach 8 Stunden Schlaf das Gefühl hat, am Bett festgeklebt zu sein (ihr kennt mich ja...).

Die nächste Anschaffung: eine kleine Schrubbbürste für die Finger! Nachdem ich heute Vormittag völlig durchgeweicht vom Reiten wiedergekommen bin, waren eigentlich auch die Finger sauber; heut Nachmittag hingegen war es weniger nass und mehr schmierig und hat sich so richtig reingefressen. Bauerhände, ich komme!

Jetzt gibt es gleich Essen, vorher muss ich aber zum X-ten mal mein Telefon suchen gehen.
Bis bald und ganz liebe Grüße! Julia

Sunday, September 19, 2010

Verliebt

Heute habe ich mich verliebt. Und zwar in meinen neuen Lebensmittelpunkt, die Islandpferde. Jetzt weiß ich, worüber alle reden. Heute stand der letzte Reykjadalur an, die Hot Springs Tour - Tagesritt mit Baden in den heißen Quellen. Nicht für mich, selbstverständlich. Ich musste acht Pferde babysitten. Aber der Weg dorthin war einfach unglaublich. Man stelle sich 63 (!) Anfänger vor, setze sie auf die Pferde und reite los. Bergauf, bergab, über Stock und Stein, und zwar im wörtlichsten Sinne, den man sich vorstellen kann. Ich habe noch nie Pferde so sicher und geschickt so steil klettern sehen. Ich hatte manchmal so einen Schiss, dass ich einfach die Augen zugemacht hab und dachte "Tinni wirds schon richten"... Und das mit den Anfängern. SO gutmütig! Ehrlich. Aber ich musste ja professionell sein und sagen, dass gar nichts passieren KANN, auch, wenn ich teilweise da nicht SO sehr von überzeugt war... Aber sie sind auch tatsächlich nicht ansatzweise gestolpert oder gerutscht... Zu Fuß wär ich bestimmt hingefallen. Es war wahnsinn(ig).
Die Isis haben sich gerade in meinem Kopf von Ponies in Pferde verwandelt. Ich bin froh, dass ich das heute erleben durfte, und sehe die Kerlchen ab heute in einem neuen Licht! Ich freue mich auf den Winter.
Habe heute gelernt, dass man sich nur durch gute Arbeit beliebt macht. Überraschung, wer hätte das gedacht! Aber irgendwie auch sympathisch.

Der erste Abend im Restaurant liegt hinter mir, war das entspannt! 2 Tische serviert, andere Büffet. Trotzdem Gummipunkte kassiert, für was auch immer. Ich werde hier in alles eingeweiht, morgen hab ich Frühstücksdienst. Da freut sich jemand ganz besonders für mich mit! Ratet mal, wer das wohl sein könnte. Fängt mit M an und hört mit ama auf.

Meine Hände hab ich heute tatsächlich nochmal sauber bekommen, nachdem ich heute morgen etwa 120 in 15 cm Pferdekacke stehender Hufe auf lose Eisen kontrolliert habe. Überraschend eigentlich. Und ich hab nicht mal eins gefunden :( Vielleicht lerne ich im Winter ja, Pferde zu beschlagen :) Die Mädels hier machen das selbst. Vielleicht darf ich ja auch mal, wenn ich noch fleißig Gummipunkte sammel.

Das wars wieder erstmal.

Gute Nacht, meine Damen und Herren, gute Nach!
Eure Julia

Saturday, September 18, 2010

Notes / To Do

1) Isländisch lernen
2) Schwedisch lernen
3) Isländische Colagläser haben keinen Eichstrich
4) Sich vor dem Handtuch in Acht nehmen
5) Halbnackte Gäste durch den Flur laufen sehen ist vollkommen normal
6) Ihre Ritze zu sehen auch
7) Hot Pot wird um 22 Uhr null null ausgeschaltet :)
8) Leitungswasser ist sehr lecker
9) Dusche eher weniger
10) Man riecht tatsächlich immer nach Pferd, auch nach dem Duschen. Oder Autofahren.
11) Reittouristen sind manchmal noch merkwürdiger als andere Touristen
12) Smile!

Der Arsch brennt

Der Titel sagt alles.
Leider bin ich nicht mehr gewohnt, mehr als eine Stunde am Stück auf dem Pferd zu sitzen, und man merkts. Trotzdem war es wieder ein wunderschöner Tag, ich habe wieder zwei Touren gelernt, die ich wohl demnächst alleine reiten muss. Haha, als ob ich die wiederfinden würde! Heute morgen sind wir zum Fluss geritten, die Sonne hat geschienen und das Wasser hat geglänzt und geglitzert, auf der anderen Seite die Berge im Hintergrund... Wunderschön. Mein Pferd war auch ganz niedlich, und ich bin endlich mal richtig getöltet!
Nicht so heut Nachmittag, es hat sich angefühlt, als ob ich auf einer seehr unruhigen Waschmaschine sitzen würde, und das über anderthalb Stunden. Autsch!

Heute Abend gehen wir mit ein paar Mädels Pizza essen und danach einem der Köche mit seiner Band zuhören. Mal sehen, wie das wird, auf jeden Fall mit Original-Isländerin am Start!

Beste Grüße!

Friday, September 17, 2010

Angekommen.



So, liebe Leute, da wäre ich nun. In Hverager-Sonderzeichen th-i. Pünktlich wie die Maurer wurde ich um fünf nach acht (statt, wie angekündigt, zwanzig nach) abgeholt, die Müslikrümel noch im Gesicht. Bombenstart.
Auf der Farm angekommen, wurde ich direkt zum Umziehen geschickt und ab gings aufs Pferd, auf die Elfentour. Ein erster Eindruck war schon ganz nett, außerdem war Kaiserwetter. Der Sommer ist für heute nach Island zurückgekehrt, es war traumhaft. Nach der Mittagspause wurden Sättel geputzt, da für nachmittags keine Touren gebucht waren. Neue Technik: Wasserschlauch an (mit warmem Wasser!), Sattel nass. Dann mit einem Küchenschwämmchen und Spüli ordentlich schrubben und tadaa, fertig. Dann gings direkt auf zur Pferdeshow, da bin ich auch erstmal mitgeritten, da ich so gut tölten kann. Ein busload amerikanischer Touris wurde angekarrt, wir sind fünfmal im Kreis um den Vorführring geritten und dann gabs noch eine Kuschelmöglichkeit ("Pferd Live") am Zaun. Sehr, sehr spaßige Angelegenheit. Bin sogar gelegentlich getöltet, echt bequem! Meine Sitzhaltung muss allerdings noch optimiert werden, hatte nach der dritten Runde leider Seitenstiche. Naja, einfach lächeln!

Als ich meine Unterkunft sah, hab ich erstmal ne temporäre Krise bekommen; 6 Betten drin, zur Zeit aber wohl zum Gemeinschaftsraum umfunktioniert; hier lässt jeder einfach seinen Scheiß liegen. Wegräumen? Nö. Putzen? Erst recht nicht. Zwei noch halbvolle Kaffeetassen winkten mir fröhlich entgegen (die eine war so verschimmelt, dass das schon hart war und ich den Kaffe als ein Stück rausnehmen konnte), sämtliche Oberflächen etwa fingerdick eingestaubt; und ihr wisst ja, dass ich in dieser Hinsicht nicht übermäßig empflindlich bin. Über meine vergessene Hypo muss ich mir auf jeden Fall keine Gedanken mehr machen, hab eine Provokationstherapie gebucht. Hab jetzt tatsächlich geputzt und erstmal die Schubladen einräumfähig gemacht, jetzt alles ausgepackt und dann schnell noch ein paar Fotos im letzten Licht gemacht. Die kriegt ihr auch gleich. Edit: Der upload klappt leider im Moment nicht, muss mir da was einfallen lassen. Nur nicht jetzt. So toll sind die Fotos auch nicht, keine Sorge.

Meine Kollegen sind bis jetzt ganz nett, es herrscht ein lustiger Alltagssprachenmix aus Englisch, Deutsch, Schwedisch, Isländisch und keine Ahnung, was noch alles. Total cool. Mal sehen, wie das noch wird.
Ich berichte weiter. Beste Grüße!

Boarder Control? Homeland Security? Anybody?

Es ist geschafft! Ich bin in Island. Nach einem ereignislosen Flug (nach der Erkenntnis, dass mein zweites Gepäckstück für fast doppelt so viel Geld fliegen muss wie ich... ) landete ich pünktlich in Keflavik. Woran man merkt, dass man landet, wenn man im Dunkeln nach Island reist? Man setzt auf! Von meinem Fenster aus sah man bis auf wenige Lichtpunkte am Horizont keinerlei Zeichen der Zivilisation. Es empfingen mich ein mit Parkett ausgelegtes Gate und schwarze Marmor-Hochglanz-Lavatorien. Nett! Die "Einreise" verlief problemlos, einfachd urch das grüne Tor laufen und man muss nicht einmal seinen Pass zeigen. Für ein nicht-EU-Land ziemlich fortschrittlich. Im Prinzip weiß also keiner von denen, dass ich hier bin. Schnell den Flybus ausfindig gemacht und das erste Mal mit isländischem Geld bezahlt, 2500 waren da schon fällig. Eigentlich günstig, wenn man Komfort des Reisebusses und die "Frei-Hauslieferung" mit einberechnet. Und ja, ich konnte mein ganzes Gepäck alleine bewegen! Nett wie der Busfahrer war, hat er mir bei meiner Ankunft um 2 Uhr an der Herberge tatsächlich geholfen, den zweiten Koffer zum Eingang zu rollen. Das fand ich echt nett.
Das Einchecken verlief erfolgreich, man hatte mir tatsächlich ein Bett reserviert und meinen Namen in Neife verwandelt, aber immerhin. Ich muss doch zugeben, dass ich wegen der Reservierung leise Zweifel hatte. Das fängt doch ganz gut an!
Ich beglückte also meine 5 Zimmernachbarn um 2:15 mit meinem Einzug, dem meiner Geige, eines Koffers (der andere ist im Storage verschwunden), meiner Handtasche, meiner Laptoptasche und meiner Bettwäsche, die natürlich dann direkt erstmal benutgzt werden musste. Trotzdem habe ich bei der ganzen Aktion keinen wachgemacht.
Die ganze Nacht wunderte ich mich dann, wie eine Frau SO schnarchen kann, siehe an, es wird hell - es ist ein Mann. Als ich dann in Unterwäsche durchs Zimmer lief, wurde mir klar, dass ich in einem gemischten Zimmer gelandet war - glücklicherweise war ich der erste Frühaufsteher (Mama! Lies genau!!). Jetzt also ab auf Nahrungssuche und dann werde ich auch schon abgeholt. Mal sehen, ob das auch so gut klappt!

Die Jugenderhebrgstoilette ist übrigens nicht so schön wie die auf dem Flughafen. Angeber.

Wednesday, September 15, 2010

Good 2 Go

Das Kofferpacken läuft auf Hochtouren, wird auch langsam Zeit. Ich bin dann doch mal wieder überrascht, wie wenig 20 Kilo eigentlich wirklich sind. Es passt vorne und hinten nicht, und ich hab ja nicht mal wirklich Handgepäck, wo ich noch so viel reinquetschen könnte.
Eigentlich ist alles fertig, und doch ist noch so viel zu tun. Immer wieder fallen mir Sachen ein, die ich noch erledigen muss/will/könnte/sollte, aber egal, wie klein sie auch sind, es reicht einfach nicht für alles. Es geht also ein bisschen nach Glück, das, was getan ist, ist gut, und der Rest ist peng - muss auch ohne gehen.
Ich hatte einen wunderschönen Abachlussabend mit meinen Freunden, das hat mich sehr gefreut - vielen Dank nochmal für die ganzen schönen Geschenke und lieben Worte! Bessere Freunde kann sich, glaube ich, keiner wünschen.

Der Countdown zeigt 17 Stunden, 26 minuten und 32 Sekunden, der 2. Koffer wartet auf Befüllung und weitere kreative Unterbringungsarten müssen gefunden werden, um den ganzen Kleinkram auch auf jeden Fall sicher und möglichst gewichtssparend mitgenommen werden können. Und die großen Sachen auch, da sehe ich im Moment noch das größere Problem...

Ich bin aufgeregt, bald geht es los!

Julia