...leere dein Whiskyglas nicht.
Das lernte ich heute bei Siggi, unserem Nachbarn. Es war das erste Mal, das ich in original isländische Gemächer eingedrungen bin. Und es war cool!
Wir wurden von unserm Nachbarn Siggi eingeladen, doch endlich mal wieder vorbeizukommen. Siggi ist um die 65, wir reiten immer durch seine Farm und ab und zu kommt er bei uns vorbei, steigt mit einer Zigarre vom Pferd, das er keuchend an den Zaun bindet, und genießt ein Schwätzchen mit Geert. Siggi spricht isländisch, zu allem und jedem, egal, ob er da kann oder nicht. Einfach nicken und ja sagen. Englisch kann er nicht, nichtmal schwedisch, obwohl mir da ja auch nicht weiterhelfen würde. Es war also ein recht unterhaltsamer Abend, sein Kater war seehr angetan von unseren Streicheleinheiten und am liebsten hätten wir ihn eingepackt. Es wurde, soweit ich da verstehen konnte, über den Milchkuhbestand in Deutschland gegenüber der Schweiz gefachimpelt, da konnte ich jetzt nicht so mitreden (jaja, immer diese Sprachbarriere...) und habe mich lieber mit Lena und Ida in die Hengstzeitschriften von 2004 und 2006 vertieft, die wir auf dem Wohnzimmertisch auftaten. Ich habe heute Abend tatsächlich einiges über Isländer (die Pferde) gelernt, und es wurde zunehmend amüsanter, je öfter Siggi uns den guten Whisky aus der Plastikflache nachschenkte. Da es heute ziemlich kalt und ich ordentlich durchgefroren war (mein Auslachen wegen meiner Dusche hatte ich mir schon abgeholt, Zitat: "go to the stable and roll around in the hay, then you are properly dressed to go to Siggi's"), tat der Whisky überraschend gut, die bernsteinfarbene Flüssigkeit rann meinen Hals hinunter und wärmte alles, was sie auf dem Weg traf. Delicious! Als die Katze irgendwann unwillig von Idas und meinem Schoß sprang, hätte ich es merken sollen, dass ich das Glas nicht mehr leermachen sollte. Denn Siggi schenkte fleißig nach, er war ja schließlich auch schonmal in Köln gewesen! Also skál, hoch die Tassen/Gläser!
Ich muss sagen, man kommt aus der Übung. Für meine Skifahrt muss ich auf jeden Fall vorher trainieren, koste es, was es wolle. Wortwörtlich.
Ich wurde dann von Lena und Ida im Hotel abgesetzt, wo ich heute Nacht alleine bin, da meine Mitbewohnerin Johanna morgen frei hat und heute Nacht in Reykjavík schläft. Probe für Januar, also. Mal sehen, wie das wird. So sehr mitbekommen habe ich es noch nicht, denn die Moral von der Geschicht?
Leere dein Whiskyglas nicht!
Skál og god natt!
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